Formen von Geschichtskultur und Identitätsbildung

Geschichte · Gymnasium · Jahrgangsstufe 12

45 Unterrichtsstunden Pflichtbereich

Lernziele

Einblick gewinnen in Formen von Geschichtskultur und in die Komplexität von Identitäten

Geschichte als gedeutete Darstellung von Vergangenheit; Erinnerungskultur als Identifikationsangebot; Vielfalt von Identitäten

Kennen von Formen der Identitätsbildung: Mythen als nationale Identitätsstifter am Beispiel Frankreich – Idee von Staatsnation und Freiheit

Auswahl eines Beispiels: Karl der Große, Johanna von Orleans, Napoleon; Sturm auf die Bastille

Kennen von Formen der Identitätsbildung: Instrumentalisierung von Geschichte am Beispiel der Interpretation der Französischen Revolution

konservative, liberale, sozialistische Ansätze; Mehrperspektivität

Kennen von Formen der Identitätsbildung: Identität durch Abgrenzung – Feindbilder in ihrer traditionellen Funktion am Beispiel von Deutschen und Polen

Tannenberg/Grunwald, polnische Teilungen, NS- Besetzung Polens, Verlust deutscher Ostgebiete

Kennen von Formen der Identitätsbildung: Infragestellen tradierter Sichtweisen – Entfeindung und Versöhnung am Beispiel der Oder-Neiße-Grenze

'Oder-Neiße-Friedensgrenze', Neue Ostpolitik, Entwicklung im Rahmen Europas seit 1990

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur für die Ausbildung einer demokratischen Identität

Reflexions- und Diskursfähigkeit: historische Persönlichkeiten und ihre Leistungen als Identifikationsangebote

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Idee von nationaler Einheit und Freiheit – Mythen zu Begründung der Staatsnation aus der Kulturnation und deren Ausdrucksformen im Deutschen Kaiserreich

Auswahl eines Beispiels: Arminius/Hermann, Barbarossa, Friedrich der Große, Bismarck; Methodenbewusstsein: Denkmäler, Jahres- und Feiertage

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Idee von nationaler Einheit und Freiheit – Mythen und ihre Instrumentalisierung in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus

Dolchstoßlegende; Preußenkult im Film

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Idee von nationaler Einheit und Freiheit – Erinnerungskultur nach 1949: das Erbe der 1848er Revolution

'Erbe und Tradition' in der DDR; Beitrag zum politischen Selbstverständnis der Bundesrepublik; Methodenbewusstsein: politische Reden; Gedenktafeln

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Umgang mit Belastungen aus der nationalsozialistischen Vergangenheit

Reflexionsfähigkeit: Schuld und Verantwortung; Geschichtskontroversen

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Umgang mit Belastungen aus der nationalsozialistischen Vergangenheit – Besatzungsmächte: individuelle und strukturelle Entnazifizierung

Nürnberger Prozesse, Entnazifizierung

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Umgang mit Belastungen aus der nationalsozialistischen Vergangenheit – DDR

Antifaschismus als Staatsdoktrin in der DDR

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Umgang mit Belastungen aus der nationalsozialistischen Vergangenheit – Bundesrepublik

Fallbeispiel: Umgang mit NS-Verbrechen; Fallbeispiel: Wertung und Aufarbeitung des Krieges

Beurteilen der Bedeutung von Erinnerungskultur: Identifikationsprobleme der DDR-Bürger mit dem SED-Staat

Spannungsverhältnis von individueller und gesellschaftlicher Erinnerung; verordnete und eigene Identitäten; Lk 11, LB 1

Kennen der europäischen Identitätsproblematik zwischen Konstrukt und Realität

Versuche einer europäischen Identitätsstiftung; Europa als sich entwickelnde Erinnerungsgemeinschaft; Profil gw, Kl. 9/10, LB 2

Sich positionieren zu Formen von Geschichtskultur und Identitätsbildung

Art und Weise der Darstellung historischer Sachverhalte in digitalen Medien; Reflexionsfähigkeit: Erinnerungskultur in Deutschland und Ausbildung einer demokratischen Identität