Wahlthema 5: Römische und eigene Wertvorstellungen
Latein · Gymnasium · Klassenstufe 10
Lernziele
Kennen römischer Wertvorstellungen anhand der thematischen Lektüre einschlägiger Prosatexte
Sprichwörter: z. B. August Otto, Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Römer; Rechtsregeln: z. B. in dubio pro reo; ne bis in idem; nulla poena sine lege; qui tacet, consentire videtur; ultra posse nemo obligatur; Sentenzen: z. B. Publilius Syrus, Sententiae; Exempla: z. B. Valerius Maximus, Facta et dicta memorabilia, einfachere philosophische Texte von Cicero und Seneca; Einbeziehung von Zusatztexten aus Spätantike, Mittelalter und Neuzeit, um die Bedingtheit (= die Kulturspezifik und die Zeitgebundenheit) von Wertvorstellungen und deren Begründungen zu veranschaulichen: z. B. Vulgata; z. B. Laktanz, Divinae institutiones; z. B. Picco della Mirandola, Oratio de hominis dignitate
Kennen zentraler römischer Wertbegriffe und Wertedefinitionen
bes. concordia, fides, dignitas, humanitas, libertas, mos maiorum, pietas, virtus
Einblick gewinnen in weitere römische Wertbegriffe
z. B. amicitia, auctoritas, clementia, felicitas, gloria, gravitas, pudor/pudicitia; Kanon der Kardinaltugenden
Sich positionieren zu Entstehung, Verfestigung und Aktualisierung von Wert- und Normvorstellungen
die römische Werteordnung als historisches Phänomen: Wertvorstellungen zwischen Wandel und Dauer: römischer Traditionalismus: der mos maiorum als verhaltensregulierender (= stabilisierender) Orientierungsrahmen für das individuelle und kollektive Handeln der Römer; Vorbildwirkung der griechischen Kultur (Hellenisierung Roms; Scipionenkreis); Aneignung der griechischen Philosophie; Primat der Ethik in der römischen Philosophie (facere docet philosophia); Wertewandel unter christlichem Einfluss (Infragestellung überkommener Werte; Gleichheit aller Menschen vor Gott; caritas = Nächstenliebe; fides = Glaube; ora et labora: labor als Wertbegriff); 'zivilisatorischer Fortschritt'; Europa als Erinnerungs- und Wertegemeinschaft
Gestalten eines eigenen Lebensentwurfs
Auseinandersetzung mit (tatsächlich oder vermeintlich) konkurrierenden Konzepten (utilitas ↔ honestas; vita activa ↔ vita contemplativa); Relativierung und ggf. Neubewertung eigener Wertvorstellungen durch Kontrasterfahrungen (partielle 'Allomorphie' der römischen Werteordnung); Erkennen von ideengeschichtlichen Zusammenhängen durch Kontinuitätserfahrungen (partielle 'Isomorphie' der römischen Werteordnung); Werteorientierung